Montessori und VS

Montessori und VS

Maria Montessori und VS

Montessori-Reformpädagogik.

Lehrmaterialien, Möbel, Architektur.

Um 1900 traten in Deutschland und anderen europäischen Ländern vielfältige Bestrebungen der Lebensreform zutage. In unterschiedlichsten Lebensbereichen, vom Arbeitsleben bis zum Wohnen, vom Gesundheitswesen bis zur Kindererziehung und Schule, breitete sich die Forderung nach einer grundlegenden Neuo

 
 
 
 
 
 
 
 
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Montessori-Reformpädagogik.

Lehrmaterialien, Möbel, Architektur.

historisches Montessori-Material

Um 1900 traten in Deutschland und anderen europäischen Ländern vielfältige Bestrebungen der Lebensreform zutage. In unterschiedlichsten Lebensbereichen, vom Arbeitsleben bis zum Wohnen, vom Gesundheitswesen bis zur Kindererziehung und Schule, breitete sich die Forderung nach einer grundlegenden Neuorientierung aus.

 

Um diese Zeit begann auch die italienische Ärztin Maria Montessori auf praktischem Weg eine pädagogische Reform zunächst der Kleinkinder- und Grundschulerziehung zu entwickeln. Ihr wesentliches Anliegen war es, Kinder nicht länger fremd zu bestimmen, sondern sie vielmehr zu unterstützen, ihre eigenen Kräfte und Fähigkeiten selbst zu entdecken und zu üben. Lehrinhalt war deshalb nicht mehr die Reproduktion vorgegebener Verhaltensweisen. Das Kind sollte nicht gehorsames Objekt der Erziehung sein, sondern selbstbestimmtes Subjekt, das seine Aufgaben in einer ihm gemäßen Umgebung selbst wählen kann. Montessori hatte nämlich beobachtet, dass auch Kleinkinder erstaunlich konzentriert arbeiten, wenn ihnen dies ermöglicht wurde.

 

Im Zuge langjähriger praktischer Arbeit mit Kindern entwarf Montessori daher Lehr- und Lerngegenstände neuer Art, klar und einfach gestaltete Objekte, gleichermaßen präzis und sinnlich ansprechend. Kinderhäuser und Schulen sollten so gestaltet und ausgestattet sein, dass der Anspruch des Kindes an die Erziehenden – „Hilf mir, es selbst zu tun“ – erfüllt würde. Entscheidend war für sie ein Wandel der Perspektive: Lernen und pädagogisches Handeln definierten sich nicht länger aus der Sicht der Erwachsenen, sondern aus derjenigen der Kinder. Mit ihrer Methode fand Maria Montessori bald internationale Aufmerksamkeit und Erfolg, in Deutschland vor allem während der 1920er-Jahre.

 

Im Mittelpunkt der Dokumentation „Montessori – Lehrmaterialien 1913-1935 • Möbel und Architektur“ stehen die Lehr- und Lernobjekte, die Ausstattung und Arbeitsumgebung, wie sie Maria Montessori für Kinder im Kindergarten und in der Schule vorgeschlagen hat.

 

Dabei werden originale Lehrmaterialien von VS bzw. deren Berliner Gründungsfirma P. Johannes Müller, die Montessori-Lehrmittel von 1913 bis 1935 für den deutschen Markt produziert hat, erstmals in ihrem historischen Kontext dokumentiert. Bisher unbekanntes Fotomaterial ergänzt das Buch auf anschauliche Weise.

 

Heute erfreut sich die Montessori-Bewegung in Deutschland wie auch international steigender Anerkennung. Angesichts immer dominanter werdender virtueller Medien ist die Notwendigkeit selbstbestimmten Lernens mit haptisch-sinnlichen Arbeitsmaterialien womöglich größer denn je.

 

Buchempfehlung zum Thema:

Montessori – Lehrmaterialien 1913-1935, Möbel und Architektur

Montessori - Teaching materials 1913-1935, Furniture and Architecture

Thomas Müller / Romana Schneider (Hrsg.)

Illustriert

158 Seiten

Prestel-Verlag 2002

(ISBN 3-7913-2650-3)

 

Das erste Montessori-Kinderhaus wurde 1907 in Rom eröffnet. Aus diesem Anlass realisierte die VS in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Montessori - Lehrerverband NAMTA die Ausstellung

 

"A Montessori Journey: 1907-2007",

 

die im Jubiläumsjahr durch die USA tourte und seit 2008 als Dauerausstellung im Montessori Training Center of Minnesota, Saint Paul präsentiert wird.