Die Ergonomie-Studie

Die Ergonomie-Studie

Die Ergonomie-Studie

Bewegte Kinder - schlaue Köpfe

Die Weltausstellung Expo 2000 in Hannover stellte die Frage: Welche Schule braucht die Zukunft unserer Welt? Als eine Modellschule diente die Fridtjof-Nansen-Grundschule, da dort schon lange praktisch erprobt wird, mit welchen ergonomischen Verhältnissen Kinder in ihrem natürlichen Bewegungsverhalte

 
 
 
 
 
 
 
 
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Die Ergonomie-Studie

Bewegte Kinder - schlaue Köpfe

Die Weltausstellung Expo 2000 in Hannover stellte die Frage: Welche Schule braucht die Zukunft unserer Welt? Als eine Modellschule diente die Fridtjof-Nansen-Grundschule, da dort schon lange praktisch erprobt wird, mit welchen ergonomischen Verhältnissen Kinder in ihrem natürlichen Bewegungsverhalten unterstützt werden können. Die Fridtjof-Nansen-Grundschule ist eine intern und nach außen sehr bewegte, mehrfach prämierte Schule mit 350 Kindern aus 23 Nationen. Die tägliche Erfahrung zeigt dort,  dass Bewegung im Unterricht dem Lernen nützt.  Bewegte Schule wird als Mittel gesehen, die Lern- und Leistungsfähigkeit der Kinder zu fördern.

 

Nachgewiesen wurden positive Effekte der Bewegungsförderung in einer bislang einmaligen wissenschaftlichen Längsschnittstudie zum „Arbeitsplatz Schule“: Über eine vierjährige Laufzeit untersuchten Experten an der Fridtjof-Nansen-Schule, in wieweit eine ergonomische Klassenraum-Einrichtung die Körperhaltung, die Motorik sowie die Konzentrations-Leistungsfähigkeit der Kinder positiv beeinflusst. Getestet wurden diese konkreten Auswirkungen der verhältnis- und verhaltensspezifischen Interventionen in vier Versuchsklassen.  Die Ergebnisse wurden verglichen mit denen einer Kontrollgruppe, in der weder ergonomische Verhältnisse noch besondere bewegungsgesteuerte Unterrichtsmethoden zur Anwendung kamen.

 

Auftraggeber der Studie waren das Schulamt der Stadt Hannover, das Kultusministerium Niedersachsen sowie die AOK Niedersachsen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung e.V. (BAG) hat die Studie wissenschaftlich begleitet und die Ergebnisse ausgewertet.

 

VS Möbel stattete für die Studie vier Versuchsklassen mit dem ergonomischen Schulmobiliar aus. Zum Einsatz kamen Drehstühle mit beweglicher Sitzfläche, mitwachsende und schrägstellbare Tische sowie höhenverstellbare, mobile Steh-/Sitztische mit runder Arbeitsfläche (für Gruppenarbeit). Lernen wurde anders organisiert und rhythmisiert und mit wechselnden Arbeitshaltungen beim Lernen der Gefahr des „Dauersitzens“ entgegengewirkt.

 

Im Rahmen der Studie konnten hoch signifikante Ergebnisse erzielt werden:

  • In den ergonomisch ausgestatteten Versuchsklassen gab es eine deutlich aktivere Sitz- und Haltungsdynamik als in der Kontrollgruppe. Dadurch kam es bei den Kindern zu einer regelmäßigen Be- und Entlastung der an der Haltung beteiligten Organe mit positiven Auswirkungen auf heranwachsende Entwicklungsprozesse.
  • Die orthopädischen Belastungen der Kinder in den Versuchsklassen konnten eindeutig reduziert werden. So wiesen die Schüler der Kontrollgruppe signifikant schlechtere Befunde im Bereich der Brustwirbel- als auch Lendenwirbelsäule auf;
  • Ein höhenverstellbares Stehpult (Nutzung zu 11,4% der Unterrichtszeit) stellte sich als eine wichtige Möbelergänzung für mehr Dynamik im Unterricht heraus.
  • Eine schrägstellbare Tischplatte, die zu 63% beim Schreiben und 32,7% beim Lesen genutzt wurde, kann eine deutliche Reduzierung der ansonsten belastenden „Nickhaltung“ des Kopfes bewirken.
  • Eine angemessene Unterrichtsdynamik konnte zu einer signifikant besseren körperlich-motorischen Entwicklung der Versuchsgruppe beigetragen.
  • Der Verlauf der Aufmerksamkeits- und Konzentrationsleistungsfähigkeit hat sich im Verlauf des Schulvormittags in den Versuchsgruppen signifikant besser entwickelt als in der Kontrollgruppe. Selbst nach der 5. Unterrichtsstunde hat diese Verbesserung gegenüber den Kontrollgruppen Bestand.

 

Zusammenfassend kommt die Studie zum Ergebnis, dass gerade für heranwachsende Kinder eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung, die die Bewegungsbedürfnisse und wichtige körperliche Reifungsprozesse berücksichtigt, zur Gesundheitsförderung und Verbesserung des Lernverhaltens unabdingbar ist. Diese Zusammenhänge zwischen Motorik und Kognition, zwischen Wahrnehmung und Bewegung auf das Lern- und Leistungsverhalten werden durch viele aktuelle Untersuchungen bestätigt.

 

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